Viele Unternehmen haben inzwischen verstanden, dass sich die Suche im Internet verändert. Immer mehr Menschen fragen ChatGPT, Gemini oder Claude, statt eine klassische Google-Suche durchzuführen. Doch daraus ergibt sich eine wichtige Frage: „Welche Fragen stellt meine Zielgruppe eigentlich diesen KI-Systemen?“ Wer diese Fragen kennt, kann gezielt Inhalte erstellen, die sowohl potenziellen Kunden als auch KI-Systemen die passenden Antworten liefern.
Der Perspektivwechsel: Denken wie Ihr Kunde
Der größte Fehler vieler Unternehmen besteht darin, in Produkten statt in Problemen zu denken. Ein Dachdecker möchte über Dachsanierungen sprechen. Sein Kunde fragt dagegen: „Wie erkenne ich einen Sturmschaden am Dach?“ Ein Steuerberater spricht über Steueroptimierung. Sein Mandant fragt: „Wie kann ich als Selbstständiger legal Steuern sparen?“ Menschen formulieren ihre Fragen gegenüber KI-Systemen meist deutlich natürlicher als bei Google. Sie schreiben ganze Sätze, beschreiben Situationen und suchen konkrete Lösungen für ihre Probleme. Genau diese Fragen sollten Unternehmen identifizieren.
Nutzen Sie ChatGPT als Marktforschungswerkzeug
Eine einfache Methode besteht darin, KI selbst zu befragen. Nehmen wir an, Sie sind Coach. Dann sollten Sie Ihrem Chatbot diese Frage stellen: „Ich bin Business-Coach für Führungskräfte. Welche Fragen würden Menschen ChatGPT stellen, bevor sie sich für ein Coaching entscheiden?“ Die Ergebnisse sind oft erstaunlich präzise. Lassen Sie sich anschließend weitere Fragen für unterschiedliche Kundentypen, Branchen oder Phasen der Customer Journey generieren. So entsteht innerhalb weniger Minuten eine umfangreiche Themenliste für neue Inhalte.
Nutzen Sie moderne Recherche-Tools
Wer die Recherche beschleunigen möchte, kann auf moderne SEO-, Content- und GEO-Tools zurückgreifen. Viele dieser Anwendungen zeigen nicht nur relevante Suchbegriffe, sondern auch konkrete Fragen, die Nutzer rund um ein Thema stellen. Darüber hinaus entstehen derzeit die ersten Werkzeuge, die speziell darauf ausgerichtet sind, typische Fragen zu identifizieren, die Nutzer KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Claude stellen könnten. Gerade für KMU können solche Tools eine wertvolle Unterstützung bei der Themenrecherche und Content-Planung sein. Sie ersetzen zwar nicht das Verständnis der eigenen Zielgruppe, liefern aber häufig wertvolle Impulse für neue Inhalte.
Analysieren Sie bestehende Kundenanfragen
Noch wertvoller als jede Software sind Ihre vorhandenen Kundengespräche. Schauen Sie sich an:
- E-Mails von Interessenten
- Kontaktformular-Anfragen
- Telefonnotizen
- Verkaufsgespräche
- Kundenbewertungen
- Kommentare auf Social Media
Überall dort finden Sie die echten Fragen Ihrer Zielgruppe. Wenn dieselbe Frage mehrfach gestellt wird, ist das ein starkes Signal für einen zukünftigen Blogartikel, einen Ratgeber oder eine FAQ-Seite.
Erstellen Sie Inhalte, die echte Fragen beantworten
Der nächste Schritt ist entscheidend. Viele Unternehmen erstellen Inhalte rund um ihre Leistungen. Erfolgreiche GEO-Strategien orientieren sich dagegen stärker an den Fragen der Nutzer.
Statt: „Mein Führungskräfte-Coaching beinhaltet folgende Leistungen“
lieber: „Wie werde ich eine bessere Führungskraft, ohne mich zu verstellen?“
Statt: „Professionelle Photovoltaik-Lösungen“
lieber: „Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auf meinem Haus im Jahr 2026?“
Je konkreter die Frage, desto hilfreicher kann die Antwort ausfallen. Und genau hilfreiche Antworten sind das, wonach Nutzer und KI-Systeme suchen.
Die Zukunft gehört den Unternehmen mit den besten Antworten
Früher ging es vor allem darum, für bestimmte Keywords zu ranken. Heute geht es zunehmend darum, die besten Antworten auf reale Fragen zu liefern. Die Unternehmen, die ihre Zielgruppe verstehen und deren Fragen frühzeitig aufgreifen, verschaffen sich einen entscheidenden Vorteil. Nicht nur bei Google, sondern auch bei ChatGPT, Gemini und anderen KI-Systemen. Die wichtigste GEO-Frage lautet deshalb nicht: „Für welches Keyword möchte ich gefunden werden?“ Sondern: Welche Frage stellt mein potenzieller Kunde gerade einem KI-Chatbot und warum findet er die Antwort noch nicht auf meiner Webseite?“



